Ein Frühstücksei fürs Gehirn
Mehr und mehr Befunde deuten darauf hin, dass - als grobe Faustregel - im Schnitt maximal 1 Ei täglich gut fürs Gehirn und sogar einen gewissen Demenzschutz bieten könnte. Man muss bei diesen Studien immer ein bisschen vorsichtig sein, weil die Eier-Industrie oft ihre Finger mit im Spiel hat. Aber wenn etwas an den Ergebnissen dran ist (was ich insgesamt vermute), würde das heißen, dass man Eier jedenfalls nicht zu verteufeln braucht, einerseits. Andererseits sollte man es - rein aus gesundheitlicher Sicht - auch nicht mit den Eiern übertreiben. [Full Disclosure: Ich persönlich liebe Eier! ;-)] Der biologische Mechanismus, der dahintersteckt, ist ziemlich plausibel, und ich gehe auch im Vitaminkompass häufiger darauf ein: Eier enthalten unter anderem einen Bestandteil, der auch Teil unserer Zellmembran ist, sogenanntes Phosphatidylcholin. Phosophatidylcholin ist aber nicht nur ein Bestandteil der Zellhüllen, auch der Gehirnzellhüllen, und schon aus diesem Grund wichtig für das Gehirn. Erst vor ein paar Jahren hat ein Forscherteam aus Singapur herausgefunden, dass Phosphatidylcholin unter anderem auch Omega-3-Fettsäuren (DHA) ins Gehirn schleusen kann, vorbei an der Blut-Hirn-Schranke (DHA ist ein ziemlich großes Molekül, das es sonst nicht durch die Blut-Hirn-Schranke schafft). Kurz gesagt, moderater Eierkonsum könnte über diesen Weg das Gehirn auch mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren, konkret eben DHA, versorgen. DHA wiederum kann aufgrund seiner "luftigen" Struktur die Zellhülle beweglicher machen und wirkt anti-entzündlich. All das würde für einen moderaten Eierkonsum sprechen, wie es auch in der mediterranen Kost nicht unüblich ist ... Aktuelle Studie/Review: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1279770725002210