24.03.2026

Flop 10 Supplements

Ashwagandha

Ein Stoff einer Pflanze namens Schlafbeere, der das Stresshormon Cortisol senken und über diesen Weg eventuell auch schlaffördernd wirken kann. Berichte, wonach Ashwagandha den Testosteronspiegel erhöhen kann, sind nicht sonderlich überzeugend. Problem sind mögliche Risiken und Nebenwirkungen, wie Lebervergiftungen, weshalb zum Beispiel Dänemark Ashwagandha verboten (!) hat.

Grüntee-Extrakt

Echter Grüntee ist empfehlenswert, bei Extrakten sollte man gerade mit der Dosierung vorsichtig sein: Bei Überdosierungen drohen ernsthafte Leberschäden. Echte Lebensmittel wirken oft in vieler Hinsicht anders als künstliche Kapseln. Nicht nur sind die Präparate oft zu hoch dosiert, die Stoffe/Moleküle werden in der Regel auch weitaus schneller vom Körper aufgenommen, während man zum Beispiel einen Tee ja eher schlückchenweise zu sich nimmt ...

Kurkumin mit Piperin

Auch hier gilt: Kurkuma als natürliche Wurzel ist ein sehr empfehlenswertes Gewürz. In reiner Kurkuminform mit den Pfefferstoff Piperin wird die Bioverfügbarkeit drastisch erhöht, der Körper nimmt unter Umständen zu viel Kurkumin auf. Einmal mehr drohen Lebervergiftungen. Auch so bemerkenswert: Wenn ein Stoff nicht so bioverfügbar ist, wie sich das Supplement-Hersteller wünschen, fragen sie fast nie, warum unser Körper mit all seiner evolutionären Weisheit so reagieren sollte. Stattdessen heißt es: Nicht bioverfügbar, wie bitte? Das muss unbedingt geändert werden! Ja, muss es das? Offenbar ist es nicht so einfach ...

NMN

Nicotinamid-Mononukleotid gehört zum letzten Schrei in der Longevity-Szene. Leider können die wissenschaftlichen Befunde nicht mit dem Hype mithalten. Aus momentaner Sicht für die meisten Menschen wahrscheinlich (bestenfalls) überflüssig. Ich bin aber natürlich offen für neue Ergebnisse, die gerade was NMN betrifft, fast am laufenden Band erscheinen.

NR

Nicotinamid-Ribosid. Wie NMN, greift auch NR in den Energiestoffwechsel der Zelle ein. Gilt als Longevity-Substanz, obwohl es in rigorosen Tierversuchen in dieser Hinsicht weitgehend gescheitert ist. Keine überzeugenden Studien an Menschen. Auch hier könnten neue Befunde mich durchaus umstimmen. Ich warte geduldig. Bis dahin rate ich zu Gewichtskontrolle (zum Beispiel auch Fasten) und Sport - beides sehr gute Techniken, um die NAD+-Levels zu steigern.

Spermidin (als Supplement)

Spermidin regt das Selbstreinigungsprogramm (Autophagie) unserer Zellen an, was allgemein als positiv interpretiert wird (jedoch auch Risiken in sich bergen könnte, weil auch Krebszellen diesen „heilsamen“ Prozess für sich nutzen können). Als Supplement in Tests nicht überzeugend, als Stoff in natürlichen Lebensmitteln, wie Weizenkeimen und Sojabohnen, empfehlenswert.

Hochdosierte Antioxidanzien, insbesondere Beta-Carotin, Vitamin A + E

Obwohl Antioxidanzien in natürlichen Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse, heilsam sind, haben sie sich als Einzelsupplemente in Tests als entweder weitgehend wirkungslos oder sogar schädlich herausgestellt. Beta-Carotin erhöht zum Beispiel das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern, und auch Vitamin A und E sollte man hochdosiert als Supplement meiden. Ein Grund könnte sein, dass in Supplements oft nur EINE Vitaminvariante steckt, während zum Beispiel Vitamin E in natürlichen Lebensmitteln eigentlich aus 8 unterschiedlichen chemischen Molekülen besteht, Vitamin E ist also ein Sammelbegriff für unterschiedliche Substanzen, die wir über natürliche Lebensmittel alle zu uns nehmen. Ein Supplement dagegen kann mit einer Variante sämtliche Transportsysteme für Vitamin E schachmatt setzen, so dass wir ironischerweise mit allen anderen Varianten unterversorgt sind!

Kollagen

„Skinfluencer“ schwören darauf, schließlich besteht unsere tiefere Hautschicht selbst aus Kollagen. Es gibt auch jede Menge Studien mit positiven Befunden. Ich meine, ehrlich? Ja, Kollagen könnte sich schon positiv auf die Haut auswirken (nicht unbedingt gegen Falten, aber womöglich schon, was die Elastizität betrifft). Problem, das mich skeptisch stimmt: Fast alle Studien wurden von der Industrie bezahlt. Vor allem: Jene Untersuchungen, die nicht von der Industrie finanziert wurden, zeigen eher keinen Effekt. Ich will eine Wirkung nicht völlig ausschließen, bleibe aber vorläufig skeptisch. Eventuell aber könnten mich neue Befunde umstimmen, besonders auch was die Wirkung bei Arthrose betrifft.

Resveratrol

Galt einst als „Anti-Aging-Substanz“ (im Rotwein) schlechthin. Was das betrifft, hat Resveratrol in unzähligen Studien unterm Strich letztlich nicht überzeugen können. Eventuell (!) hilfreich für Frauen in und nach den Wechseljahren, weil Resveratrol eine Art „pflanzliches Östrogen“ (Phytoöstrogen) mit ähnlicher chemischer Struktur wie die weiblichen Sexualhormone ist, deren Bildung in den Wechseljahren nachlässt. Insofern: Vielleicht nicht wirklich ein Flop, sondern durchaus nützlich in bestimmten Bereichen, aber vermutlich eben allzu gehypt als vermeintliche "Longevity-Substanz".