05.11.2025

Schritte gegen Alzheimer

Schon 5000 Schritte senken Alzheimer-Risiko

Neue Studie in Nature Medicine (frei zugänglich hier: https://www.nature.com/articles/s41591-025-03955-6): Schon 5000 Schritte täglich könnten effektiv vor Alzheimer schützen. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die Kausalität ist also unklar. Aber WENN es einen ursächlichen Zusammenhang geben sollte, dann sind die Befunde ziemlich aufbauend. Warum? Sehen wir uns die Studie kurz an!

Forscher unter anderem der Harvard-Universität begleiteten 296 kognitiv unauffällige Erwachsene über bis zu 14 Jahre und erfassten ihre täglichen Schritte elektronisch. Ergebnis: Mehr Alltagsbewegung hing – vor allem bei Personen mit erhöhten Amyloid-Werten – klar mit einem langsamerem geistigem Abbau zusammen. Der vermutlich wichtigste Grund: Wer mehr ging, zeigte im Zeitverlauf eine geringere Anreicherung von Tau-Protein im Gehirn.

Bei Alzheimer sammelt sich ja (außerhalb der Nervenzellen, um diese herum) unter anderem ein Protein namens Beta-Amyloid an, das im Verdacht steht, maßgeblich zur Krankheit beizutragen. Es ist eine Art von Müllansammlung im Kopf, die die kostbaren Nervenzellen nach und nach zerstört. Darüber hinaus spielt wohl auch ein Protein namens Tau eine kritische Rolle: Auch das ist ein körpereigenes Protein, dass sich aber IN den Nervenzellen ansammelt und dort sein Unwesen treibt. Diese Studie zeigte nun folgendes: Je mehr Schritte die Teilnehmer täglich gingen, desto weniger Tau sammelte sich bei ihnen im Gehirn an, und desto geringer war wiederum der geistige Abbau.

Besonders ermutigend finde ich folgendes: Dieser "Effekt" (wenn es denn einer ist) zeigte sich bereits bei 5000 bis 7500 Schritten pro Tag. Man muss also nicht unbedingt 10.000 Schritte gehen (obwohl die Studie nahelegt, dass diese Größenordnung gerade für jüngere Zeitgenossen nach wie vor sehr wohl eine gute Richtschnur ist). Ich persönlich schaffe nicht immer 10.000 Schritte am Tag, leider, aber ich versuche mich zumindest jeden Tag zu bewegen. Manchmal aber schaffe ich auch mehr als 10.000 Schritte ... (was sich, wie ich finde, großartig anfühlt!) (man schläft auch besser, was wiederum eine Alzheimer-Medizin ist, da das Gehirn im Schlaf gereinigt wird und schädliche Stoffe, wie Beta-Amyloid regelrecht aus dem Gehirn herausgespült werden ...)

Ich meine, insgesamt ist es ja schon krass, dass es kaum ein Medikament gibt, dass bei Alzheimer hilft, nicht einmal großartig den Verlauf der Krankheit aufhalten kann. Einfaches gehen hingegen stellt sich als so mit die beste prophylaktische Medizin gegen Alzheimer und überhaupt Demenz heraus. Dabei ist "einfaches" Gehen physiologisch gesehen natürlich alles andere als einfach. Im Gegensatz zu einem typischen Medikament, greift Bewegung auf günstige Weise in Tausende von physiologischen Prozessen ein. Wenn wir in Bewegung kommen, fangen unsere Organe (wie Muskeln, Knochen etc.) an, Botenstoffe auszuschütten, die bis ins Gehirn vordringen und dort heilsame Effekte entfalten. Bewegung fördert unser Herz-Kreislaufsystem, das heißt, auch das Gehirn wird besser durchblutet. Im Gehirn werden Wachstumsfaktoren augeschüttet, die zum (neuen) Nervenzellwachstum anregen können. Wie die Muskeln, können sich so durch Bewegung ganze Hirnareale (wie jene Gedächtniszentrale namens Hippocampus, die bei Alzheimer als erstes zugrunde geht) vergößern!

Im Vitaminkompass stelle ich einige Supplements (Multivitamin, Magnesium L-Threonat, Kreatin ...) vor, die unser Oberstübchen eventuell ebenfalls schützen und fit halten können. Dennoch wirken auch diese Supplements vermutlich lange nicht so effektiv, wie "einfache" Bewegung. Also, ich geh dann mal los ...